Angst Schritt für Schritt überwunden

Kinder und ihr Umgang mit Hunden: Zeline aus Darfeld macht positive Erfahrung

Kasper, Zeline und Xenja ( von links ) sind inzwischen die besten Freunde. Ohne Scheu spielt die Siebenjährige mit den großen Boxern. Kasper, Zeline und Xenja ( von links ) sind inzwischen die besten Freunde. Ohne Scheu spielt die Siebenjährige mit den großen Boxern.
Darfeld. Hilfe, ein Hund! Vor zwei Jahren gehörte Zeline zu den Kindern, die Angst vor Hunden haben.
Zwei Meter zurück und die Hände nach oben,so beschreibt ihr Vater Christian Wenzel die erschreckte Reaktion des damals fünfjährigen Mädchens. Sie hatte generell Angst vor Hunden. Schlimmer war es, wenn sie auf Zeline zugelaufen kamen. Und sie wollte die Tiere schon garnicht anfassen, erinnert sich der Vater. Einen Auslöser für die Angst kannten die Eltern nicht.Christian Wenzel ist als Paketzusteller unterwegs, hat jedoch beruflich keine schlechten Erfahrungen mit Hunden gemacht. Auch die Mutter hat wohl nicht eine eigene Angst auf die Tochter übertragen, denn sie war es, die jetzt einen Border Collie anschaffte.
Das wurde möglich, weil Zeline sich mit der Hilfe von Nachbarn Schritt für Schritt an den Umgang mit Hunden gewöhnen konnte. Denn ihr Vater wohnt in derselben Darfelder Siedlung wie der Ausbildungswart des Boxerklubs Münster, Jürgen Salewski. Ausgerechnet seine beiden Hunde mit dem Boxer-typischen grimmigen Gesichtsausdruck, wie es Christian Wenzel nennt, haben aus Zeline eine Hundeliebhaberin gemacht. Der achtjährige Kasper von der Brüggenstadt, ein beeindruckendes Kraftpaket und die dreijährige Xenja vom Dronsberg, eine verspielte Schmusebacke, haben sich in das Herz des
Mädchens geschlichen.
Keiner, der beobachtet,  wie Zeline inzwischen mit den beiden Boxern spielt, kann sich vorstellen, dass sie früher am liebsten bei Oma auf dem Schoß wollte, wie Christian Wenzel berichtet. Diese Entwicklung ist Jürgen Salewski mit kleinen Annäherungen nach und nach gelungen. Erst war das Gartentor dazwischen, damit Zeline sich sicherfühlen konnte,erklärt Salewski die Vorgehensweise. Zunächst gab es keinen direkten Kontakt mit den Hunden, nur eine Verringerung der Distanz zwischen ihnen und dem Kind.
Schließlich traute sich das Mädchen, einen der Hunde kurz zu streicheln. Das war super, aber dabei haben wir es für den Tag bewenden lassen, berichtet der Ausbildungswart. So konnte Zeline die neue positive Erfahrung in Ruhe verarbeiten. Langsam näherte sie sich den Tieren an, ohne das ein Barriere dazwischen war. Innerhalb eines Jahres wurde der Grad der Annährung gesteigert.
Es hatte nur Vorteile, dass sie an die Hunde herangeführt wurde, freute sich der Vater. Nicht nur, dass Zeline mir dem eigenen Hund ohne jede Scheu spielt und ihn mitunter allein ausführt. Sie weiß, jetzt auch wie sie sich zu fremden Hunden verhalten muß, betont Christian Wenzel. Denn auch das andere Extrem, freudig jedem Hund entgegenzuspringen,sei nicht richtig. Die können sich auch eingeengt fühlen und deshalb unfreundlich reagieren, zeigt der Vater Verständnis dafür, dass nicht jeder Hund gleich von unbekannten Menschen angefasst werden möchte.
Zeline weiß noch wovor sie am meisten Angst hatte: Wenn die so an mir hochgesprungen sind. Daraus können andere Hundehalter lernen, ihre Vierbeiner nicht zu jedem Kind rennen lassen. Jürgen Salewski hat noch einen Tipp parat: Oft vermitteln die Eltern den Kindern die Angst vor Hunden. Wenn sie selbst unsicher sind, sollten die Erwachsenen einfach den Hundehalter ansprechen, ob ein Hund gestreichelt werden darf. Dann können die Kinder gefahrlosen Begegnungen mit Hunden machen und müssen keine Angst entwickeln.

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Autorin: Ellen Bultmann